Tierschutzkongress zum Thema Schächten und Schlachten

    An diesem Wochenende fand der 16. Österreichische Tierschutzkongress in den Räumlichkeiten des Wiener Tierschutzvereins statt.

    Verantwortung des Menschen

    Ministerialrat Peter Jatzko vom Bundesministerium für soziale Sicherheit verwies auf die "große Verpflichtung für den Menschen, welcher Tiere ihrer Freiheit beraubt, sie seinem Willen unterwirft und aus ihnen Nutzen zieht." Man dürfe nie "vergessen, dass auch Nutztiere Mitgeschöpfe des Menschen sind und diese die moralische und ethische Pflicht bei jedweder Handlung am Tier zu berücksichtigen haben." Um die versammelten Tierschützer zu beeindrucken, schilderte Jatzko seine "persönliche Situation" (8 Hunde, 5 Katzen). Die Katze werde "besser behandelt als alles andere".

    Bei der Fleischgewinnung hört sich die Tierfreundschaft auf

    Nach Vortrag und Vorführung des Videos "Betäubungsloses Schächten und Schlachten", das Szenen zeigt, wie in einem ö. Schlachthof geschächtet wird und wie in einem EU- und AMA-zertifizierten ö. Schlachthof die Tiere wieder aus der Betäubung erwachten und bei vollem Bewusstsein zu Fleisch verarbeitet wurden, wollte der Ministerialrat seine vorbereitete beschönigende Rede über den "Schutz von Tieren zum Zeitpunkt des Schlachtens" lieber nicht mehr halten. Tierschutz braucht mehr, als Hunde und Katzen zu streicheln!

    Geschächtetes Fleisch macht stark und potent

    Zum Schächten merkte MR Jatzko an, dass der Todeskampf bis zu einer halben Stunde dauere. Es werde nur ein kleiner Schnitt gemacht, damit das Tier möglichst lange lebt. Auf die Frage, welchen Sinn es mache, dass das Tier möglichst langsam verblute, da die religiösen Vorschriften der Juden und Muslime doch ein möglichst vollständiges Ausbluten fordern, teilte der Vertreter des Bundesministerium für soziale Sicherheit mit, es werde geglaubt, dass auf diese Weise hergestelltes Fleisch "stark und potent macht".
    In diesem Zusammenhang sei erwähnt, wie religiöse Führer vom "himmelweiten Unterschied" im Geschmack des Fleisches von geschächteten Tieren schwärmen. Es schmecke "völlig anders". MR Jatzko versprach seine volle Unterstützung im Kampf gegen das Schächten.

    Tierschutz braucht mehr als schöne Worte

    Sigmund Astner, BundesGF der SPÖ Bauern machte darauf aufmerksam, dass die ÖVP seit 6 Jahren ein Bundestierschutzgesetz verhindere: "Während konservative Kreise Tiere tendenziell als Produktionsmittel... sehen, ist unsere Haltung gegenüber Tieren vor allem auch von ethischen und moralischen Grundsätzen geprägt. Tiere werden dabei als lebende Geschöpfe geachtet, anerkannt und geschützt. Diese Grundhaltung bestimmt auch unser politisches Denken und Handeln..."

    Hinterwäldlerische SPÖ-Tierschutzpolitik

    Der Vertreter der Sozialdemokratie wurde daran erinnert, wie die SPÖ vor dem Regierungswechsel bei einem Antrag im Parlament aus taktischen Gründen nicht für ein bundeseinheitliches Tierschutzgesetz stimmte. Dass auch Sozialdemokraten unfähig sind, eine zeitgemäße Politik zum Schutz der Tiere zu verwirklichen zeige sich gerade in Oberösterreich, wo eine SPÖ-Landesrätin die Tierquälerei des Singvogelfanges unter Naturschutz stellen will. Durch eine solche Politik entsteht der Sozialdemokratie ein großer Schaden und die schön formulierten Grundsatzerklärungen werden als völlig unglaubwürdig entlarvt.

    Ungelernte Kopfschlächter

    Die "Gewerkschaft Agrar, Nahrung, Genuss" sprach sich in einer Stellungnahme zum Thema Schlachten für Schulungsmaßnahmen der Arbeitnehmer auf den Schlachthöfen aus, damit diese "auch artgerecht vorzugehen" vermögen: "Der Beruf des Fleischers ist innerhalb der Nahrungsmittelkette mit hoher Verantwortung gegenüber dem Konsumenten und sicher auch mit hohen ethischen Ansprüchen verbunden." Dazu wurde festgestellt, dass es sich bei den Treibern und Kopfschlächtern kaum um gelernte Fleischer handelt, sondern um meist ausländische Hilfskräfte, die oft nicht einmal Deutsch verstehen.

    Kontrolltierärzte mitschuldig

    Dr. Jürgen von der Emde führte ua aus, wie die Vetcontrol den "Umgang mit Schlachttieren am Schlachthof" kontrolliert: "Unsere Tierärzte schauen, wie es den Tieren wirklich geht." Da es den kontrollierten Firmen obliegt, wie sie auf das Ergebnis der von ihnen bezahlten Kontrolle reagieren, machen sich die für die Vetcontrol kontrollierenden Tierärzte an den von ihnen geheimgehaltenen Tierquälereien mitschuldig und strafbar, wenn sie die von ihnen festgestellten Vergehen weder zur Anzeige bringen, noch dafür sorgen, dass die Missstände abgestellt werden. Außer der auftraggebenden kontrollierten Firma darf nämlich niemand davon erfahren, "wie es den Tieren wirklich geht" , weil dadurch das Vertrauensverhältnis gestört würde.

    Dr. Friedrich Landa
    Tierschutz-Dachverbandspräsident
    +43 66 43 43 43 66


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