14. August 2001
Dr. Bruggey, Schlachthof-Werkleitung
"zum Horror in den Schlachthöfen"
Die Horrormeldung der früheren SPD-Landeschefin Renate Schmidt, dass Rinder bei lebendigem Leib zerlegt werden, verlangt schärfsten Widerspruch und wird mit Empörung zurückgewiesen. Selbst wenn die Bundesanstalt für Fleischforschung in Kulmbach irgendwo unzulässige Zustände bestätigt haben sollte, besteht nicht die geringste Veranlassung, hier zu difamieren.
Für Augsburg und vermutlich für alle großen Schlachthöfe in Bayern kann ausgeschlossen werden, was Renate Schmidt grausame Wirklichkeit nennt. Es trifft zu, dass der Bolzenschuß nur eine "Vorbetäubung" der Rinder bewirkt. Die anschließende Totalbetäubung der Schlachttiere erfolgt durch die sog. Elektrostimulation, wodurch jede Schmerzempfindung ausgeschlossen ist. Es handelt sich hierbei um ein zugelassenes Gerät, wie es auch an den übrigen bayerischen großen Schlachthöfen Verwendung findet. Die tierschutzgerechte Betäubung wird außerdem unter ständiger Kontrolle amtlicher Tierärzte durchgeführt.
Die von Renate Schmidt angeprangerten Mißstände betreffen mit Sicherheit nicht die Schlachthöfe in der Größenordnung des Augsburger Schlacht- und Viehhofes. Wohl aber könnte es interessant sein, sich kleineren Schlachtstätten zuzuwenden, die aus Kostengründen über Geräte dieser Art nicht verfügen und außerdem nicht unter ständiger Kontrolle der amtlichen Tierärzte stehen.
Im Augsburger Schlacht- und Viehhof ist schmerzfreies Schlachten der Tiere selbstverständlich. Die Zerteilung der Tierkörper ist erst nach der Ausblutung möglich und kann deshalb logischerweise nicht bei lebendigem Leib erfolgen.
Jetzt, da der Fleischkonsum nach der BSE-Krise nach und nach wieder zunimmt, sind unqualifizierte Horrormeldungen über vermeintliche Tierquälereien ganz und gar nicht angebracht!
Im Namen der hier tätigen Metzger müssen - bei allem Verständnis fürīs Sommerloch - solch schmäliche Vorwürfe energisch zurückgewiesen werden.
Dr. Bruggey zum Thema :
Wenn schon die SPD-Landtagsabgeordnete sich auch ums tägliche Fleisch kümmern will, dann sollte sie doch mal der Frage nachgehen, warum Rinder, die in Frankreich geboren werden, in Holland gemästet, in Augsburg geschlachtet und in Rußland verzehrt werden. Hier handelt es sich um einen wohl subventionierten Tourismus besonderer Art, der schlussendlich vom Konsumenten und Steuerzahler finanziert wird.
Frau Renate Schmidt, bitte übernehmen Sie !
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Dieser Artikel erscheint morgen in der Presse
Demnächst wird auch in Österreich endlich dem Menschenrecht auf Information Rechnung getragen werden: Eine der besten ORF Sendungen plant unsere Schlachthausdokumentation zu zeigen. Dann kann die Fleischindustrie mit ihrer millionenschweren Lügen-Werbung schauen, wie sie die sinnlose Überproduktion zu Billigstpreisen aus tierquälerischer Tierhaltung als Sondermüll entsorgt.
Alle Subventionen von Tierhaltung und Fleischproduktion gehören sofort zurückgenommen. Wieso soll etwas weiter in der Produktion gefördert werden, wenn es demnächst nicht mehr genügend Abnehmer dafür geben wird? Es ist Zeit für die veg* Wende in der Agrarpolitik!
Dr. Friedrich Landa
Tierschutz-Dachverbandspräsident
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