Nutztierquälerei in Salzburg
Im Dezember wurden Behörden und Medien von Tierschützern über schlimme Haltungsbedingungen der Nutztiere direkt vor den Toren der Stadt Salzburg informiert. Die Anzeige war laut Amtstierärztin Dr. Gertraud Wagner-Schöppl berechtigt. Es wurde ein Verwaltungsstrafverfahren gegen einen Landwirt in Eugendorf eingeleitet. "Für die Bauern seien die Kastenstände bequem und platzsparend. Für die Tiere seien sie eine Qual", berichteten die Salzburger Nachrichten.
Haben Medienberichte und Anzeigen die Situation der Tiere verbessert?
Wie Kettensträflige gefangen gehalten
Mitte Mai, also ein halbes Jahr später, haben Tierschutzaktivisten erneut die Stallungen besucht. Auch nach den Berichten in den Medien und den Kontrollen durch Amtstierärzte hat sich an den entwürdigenden Haltungsbedingungen kaum etwas verbessert. Noch immer werden die Tiere wie Kettensträflige gefangen gehalten. Die Schweine müssen ohne Einstreu auf Betonboden leben und wenn sie sich niederlegen, kommen sie auf der schweren Eisenkette zu liegen, mit der sie angekettet sind.
OÖ: Tierquälerei unter "Bauernhofgarantie" in Schweine-KZ
Im Februar haben Tierschützer eine Fleischpackung aus einem Supermarkt in Salzburg, die mit "Bauernhofgarantie" vermarktet wurde, auf ihre tatsächliche Herkunft zurückverfolgt. Dabei sind sie in Neukirchen/Enknach auf einen der größten Schweinekonzentrationsbetriebe Oberösterreichs gestoßen, wo tausende Tiere unter erbärmlichen Zuständen gemästet werden. Der "Verein gegen Tierfabriken" hat den Skandal aufgedeckt und bei der Behörde Anzeige wegen Tierquälerei und Konsumententäuschung erstattet. Die Aufnahmen aus dem Schweine-KZ zeigten kranke und verletzte Tiere mit offenen Gelenkswunden, abgebissenen Schwänzen, tote Tiere sowie jede Menge Arzneimittel und Antibiotika bzw. dreckige Spritzen mit aufgesetzten Kanülen.
Trotz Anzeige weiter Tierquälerei
Nachdem dieser Skandal aufgedeckt wurde, haben Zeitungen und ORF über die fürchterlichen Zustände berichtet. Auch die Behörden waren tätig. Einige Tiere mussten notgeschlachtet werden. Das war Anfang des Jahres.
Fünf Monate später haben Tierschutzaktivisten erneut recherchiert und dokumentiert. Leider muss festgestellt werden:
An den Haltungsbedingungen und Tierquälereien hat sich kaum etwas geändert. Wie ist das möglich?
Behörden machtlos
Dr. Friedrich Landa hat in seiner Funktion als Präsident des Dachverbandes der oö. Tierschutzorganisationen die in OÖ. für Tierschutz zuständige Frau Landesrätin Dr. Stöger und den Leiter der Polizeiabteilung für Tierschutz, Herrn Hofrat Dr. Hindinger, auf die Missstände angesprochen und neues Bildmaterial vorgelegt, das beweist, dass auch nach Verständigung der Behörde die Tiere weiter gequält werden.
Dagegen sei auch die Behörde machtlos, denn der Betreiber der Tierfabrik habe gegen die Bescheide der Behörde Rechtsmittel eingelegt. So lange der Instanzenweg beschritten und nicht rechtskräftig abgeschlossen sei, müssen die Tiere die Quälereien weiter über sich ergehen lassen? Werden die Tiere im Alltag der Nutztierhaltung und der Rechtssprechung noch immer behandelt, als seien sie empfindungslose "Sachen"?
Bundeseinheitliches Tierschutzgesetz und Tierschutzkontrolleure gefordert
Sollten die Behörden tatsächlich keine Möglichkeit haben, Tierquälerein sofort und effektiv unterbinden zu können, müssen die Politiker durch ein verbessertes Tierschutzgesetz dafür sorgen, dass empfindsame Lebewesen nicht weiter der Profitgier der Tierhalter ausgeliefert sind. Dazu bietet sich gerade eine gute Gelegenheit: Ein neues Tierschutzgesetz soll demnächst im Landtag beschlossen werden. Der Tierschutz muss in die Kontrolle von Tierhaltung und Schlachthäusern eingebunden werden, da offensichtlich sonst niemand wirksam am Schutz der Tiere Interesse zeigt. Jene Tierschutzorganisationen, die Missstände zur Anzeige bringen, werden von den Behörden nicht darüber informiert, ob gegen die Tierquäler ermittelt und etwas gegen die Quälereien unternommen werden konnte, oder ob das Verfahren eingestellt wurde. Dem Tierschutz wurde vom Büro Stöger versichert, dass die Behörden ihre Möglichkeiten auszuschöpfen versuchen. Aber wie die Recherchen vom Mai zeigen, nehmen die Tierfabriksbetreiber weiter keine Rücksicht auf das Leid der Tiere. Wie könnten sie auch?
Tot oder lebenslang gequält
Frau LR Stöger hat, nachdem sie über die andauernden Tierquälereien informiert wurde, resignierend gefragt: "Ja wollen Sie, dass alle Tiere notgeschlachtet werden?"
Heißt das, dass es in unserer Gesellschaft keine Möglichkeit gibt den Tieren zu helfen und ihnen halbwegs tiergerechte Haltungsbedingungen zu ermöglichen? Gibt es in der Praxis der Schweinefleischerzeugung nur die Alternative: Lebenslange Qual oder Notschlachtung?
Wenn das so ist, müssen Tierfabriken völlig verboten werden!
Verbot von Tierfabriken
Das wäre nicht nur für die Tiere gut, sonder auch für die Konsumenten. Denn in Ställen mit Massentierhaltung können die Bauern kaum ohne Zusatz von Antibiotika die Tiere vor Krankheiten und Seuchen bewahren. Massentierhaltung ist untrennbar mit Massentierquälerei und Medikamentenmissbrauch verbunden! Wenn die Bauern damit aufhören, das weiter massenhaft zu produzieren, was es ohnehin schon zuviel gibt, werden sie auch einen guten Preis für gute Lebensmittel bezahlt bekommen, die ohne gesundheitsgefährdende Zusatzstoffe und ohne Tierquälerei hergestellt werden.
Dokumentation:
Bilder von unschuldigen "Kettensträflingen" aus einem Bauernhof vor den Toren der Stadt Salzburg. Aufgenommen im Dezember 2000.


Es kommt zur Anzeige gegen den Bauern. Bericht über die Qual der Tiere in den Salzburger Nachrichten 3. 2. 2001
Obwohl sich die Behörden eingeschaltet haben (ein Verwaltungsstrafverfahren wurde gegen den Bauern eingeleitet), hat sich Monate später kaum etwas an der Situation geändert. Mitte Mai 2001 wurden folgende Bilder dokumentiert:



Im Februar konnte in Oberösterreich aufgedeckt werden, wie unter "Bauernhofgarantie" im Schweinemäst-KZ Tiere zu Tode gequält wurden.
Der "Dachverband der oö. Tierschutzorganisationen" informierte das Büro von LR. Achatz, der "Verein gegen Tierfabriken" erstattete Anzeige wegen Tierquälerei und Konsumententäuschung, die Medien berichteten groß und die Behörden mussten einschreiten - aber einige Monate später werden bei einer weiteren Recherche erneut schwere Tierquälereien dokumentiert:






Auf die Missstände angesprochen erklären sich die verantwortlichen Politiker und Behörden außerstande, die Tierquälereien sofort abzustellen, da der Betreiber des Schweinekonzentrationsbetriebes gegen die Verfügungen der Behörde Rechtsmittel ergriffen hat.
Weiteres Bildmaterial (Video- und Bilddokumentationen für die Medien):
tierrechte@hotmail.com
Dr. Friedrich Landa
Obmann RespekTiere Salzburg
Dachverbandspräsident der oö. Tierschutzorganisationen
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